Fine Art Print mit Pigmenttinte

Der Epson SureColor P20000 ist unser Drucksystem für Fine Art Prints, Editionen und Reproduktionen. Er druckt mit zehn Pigmenttinten in Breiten bis 160 cm und löst mit bis zu 2.400 × 1.200 dpi auf. Im Ergebnis heißt das: feine Tonwertabstufungen, neutrale Grautöne und ein Druckbild, das auch aus kurzer Betrachtungsdistanz makellos geschlossen wirkt.

Bei uns steht der Drucker am Ende einer durchgehenden Kette.

Scan, Bildbearbeitung und Druck entstehen im selben Studio in Berlin-Moabit, nach denselben Farbvorgaben auf kalibrierten Monitoren. Bei einer Reproduktion lässt sich so das Druckergebnis direkt neben dem Original beurteilen.

Epson SC P20000 bei recom art care im Studio in Berlin Moabit
recom art care
DrucktechnikTintenstrahl, PrecisionCore-MicroTFP-Druckkopf
TinteEpson UltraChrome PRO, 10 Pigmenttinten
Auflösungbis 2.400 x 1.200 dpi
Kleinste Tröpfchengröße3,5 Pikoliter
Druckbreitebis 160 cm
Medienstärke0,08 bis 1,5 mm
Farbprofileigenes ICC-Profil je Papiercharge
Farbtoleranzmax. 2,5 ΔE – Ziel im Durchschnitt ΔE < 1

Erfahrung mit dem SC-P20000 seit 2017

2017 gehörte unser Studio zu den ersten Unternehmen, die den SureColor P20000 für Epson testen durften. Das damalige Gerät trug die Seriennummer 9 und kam direkt nach Produktionsstart zu uns. Heute drucken wir auf einem SC-P20000 jüngeren Baujahrs.

Wir kennen das Drucksystem von Anfang an: sein Verhalten auf unterschiedlichen Papieren ebenso wie seine Grenzen.

Zehn Pigmenttinten für Farbe und Schwarz-Weiß

Das Tintenset Epson UltraChrome PRO besteht aus Cyan, Light Cyan, Vivid Magenta, Vivid Light Magenta und Gelb, dazu drei Grautöne (Dunkelgrau, Grau, Hellgrau) sowie Photo Black und Matte Black.

Die hellen Farbtinten und die drei Grautöne haben eine konkrete Aufgabe: Sie verfeinern die Abstufungen und verringern die sichtbare Körnung, vor allem in hellen Bildpartien und in Verläufen. Für Schwarz-Weiß-Arbeiten stehen vier Stufen von Schwarz bis Hellgrau zur Verfügung. Das unterstützt neutrale Grautöne und weiche Übergänge, wie sie Fotografie und Zeichnung erfordern.

Photo Black und Matte Black sind beide dauerhaft eingesetzt, jede Tinte hat ihren eigenen Düsenkanal. Photo Black kommt auf glänzenden und Baryt-Oberflächen zum Einsatz, Matte Black auf matten Fine-Art-Papieren. Ein Wechsel der Schwarztinte zwischen zwei Aufträgen entfällt.

Warum Pigmenttinte

Pigmenttinte enthält feste Farbpartikel, die sich auf und in der Papieroberfläche ablagern. Farbstofftinte ist dagegen in der Trägerflüssigkeit gelöst. Pigmentdrucke sind deshalb deutlich lichtbeständiger und unempfindlicher gegen Feuchtigkeit. Für Sammlungen, Editionen und Nachlässe ist das die Voraussetzung, nicht eine Option unter mehreren.

Zur Haltbarkeit nennt Epson für UltraChrome PRO unter Verweis auf das Prüflabor Wilhelm Imaging Research bis zu 200 Jahre für Farbdrucke und bis zu 400 Jahre für Schwarz-Weiß-Drucke.

Das sind Prognosen aus beschleunigter Alterung. Sie gelten für bestimmte Papiere und für die Präsentation im Innenraum hinter Glas. Papier, Licht, Luftfeuchte und Rahmung verändern das Ergebnis.

Wir werden Ihnen deshalb keine pauschale Jahreszahl nennen, sondern geeignete Tinte und Papier für Ihren konkreten Auftrag.

Mehr dazu lesen Sie in unserem Artikel Woran Sie einen hochwertigen Fine Art Print erkennen.

Druckkopf und Auflösung

Der PrecisionCore-MicroTFP-Druckkopf arbeitet mit 800 Düsen je Farbkanal, insgesamt 8.000 Düsen. Er setzt Tropfen in unterschiedlichen Größen, die kleinsten mit 3,5 Pikolitern.

Kleine Tropfen zeichnen Details und helle Partien, größere füllen Flächen gleichmäßig.

Den Papiervorschub überwacht eine kamerabasierte Stabilisierung. Sie sorgt für einen gleichmäßigen Transport des Mediums, auch bei langen Bahnen.

Farbmanagement: ein eigenes Profil je Papiercharge

Papier ist ein Naturprodukt. Die Rohstoffe, die ein Hersteller geliefert bekommt, und seine Produktionsbedingungen ändern sich, deshalb fallen zwei Lieferungen derselben Sorte nie ganz gleich aus. Wir erstellen deshalb für jede Papiercharge ein eigenes ICC-Profil, abgestimmt auf die verwendete Tinte, statt mit einem allgemeinen Herstellerprofil zu arbeiten. So stimmen die Farben, und ein späterer Nachdruck fällt aus wie der erste Druck. Die Abweichung messen wir als Delta E (ΔE). Unsere Toleranz liegt bei maximal 2,5 ΔE, unser Ziel ist ein Durchschnitt ΔE < 1.

Den fertigen Druck messen wir mit dem Messgerät nach. Bei Reproduktionen gleichen wir ihn außerdem unter Normlicht mit dem Original ab.

Drucken wir eine Edition, messen wir nach und beurteilen die Auflage unter Normlicht.

Liegt Ihr Werk ausschließlich digital vor, gibt es kein Original zum Abgleich. Dann drucken wir mit dem Farbprofil für genau die Kombination aus Tinte und Papier, die für Ihren Auftrag vorgesehen ist. Ist dieses Profil noch nicht vorhanden, erstellen wir es dazu.

Formate und Materialien

Auf dem Epson SC-P20000 drucken wir in Breiten bis 160 cm, von der Rolle oder als Einzelblatt. Das Gerät verarbeitet Medien von 0,08 bis 1,5 mm Stärke, also auch schwere Fine-Art-Papiere und Kartons. Für größere Formate setzen wir unseren Mimaki ein, der bis 1,90 m Breite druckt.

Standardmäßig drucken wir auf Fine-Art-Papieren von Hahnemühle. Als Hahnemühle Certified Studio Platin arbeiten wir mit den Papieren des Herstellers auf der höchsten Zertifizierungsstufe. Daneben führen wir Papiere von Ilford und drucken auf Canvas. Wünschen Sie ein anderes Papier, bestellen wir es in den meisten Fällen für Sie.

Die Papierwahl treffen in der Regel Sie: Im Studio liegen Papiermuster zur Ansicht bereit, denn dasselbe Motiv wirkt auf mattem Baumwollpapier anders als auf Baryt.

Wofür wir den Epson einsetzen

  • Fine Art Prints für Ausstellungen, Portfolios und den Verkauf
  • Limitierte Editionen mit gleichbleibender Qualität über die gesamte Auflage
  • Reproduktionen auf Grundlage eines Scans mit dem CRUSE-Scanner oder dem mobilen DOM, oder einer mitgebrachten Datei

Ein Beispiel aus unserem Projektportfolio: Die 200 Fine Art Prints für Olaf Heines Retrospektive „Human Conditions“ in der Kunsthalle Rostock sind auf dem Epson SC-P20000 entstanden..

Vom Original zum Druck

1. Vorlage. Wir scannen Ihr Original berührungslos oder arbeiten mit Ihrer Datei. Auch ein vorhandener Musterdruck kann als Vorlage dienen.

2. Bildbearbeitung. Farbkorrektur und Retusche erfolgen am kalibrierten Monitor oder im Abgleich mit dem Original unter Normlicht.

3. Papierwahl. Sie wählen das Papier anhand von Mustern im Studio.

4. Andruck. Sie erhalten standardmäßig einen Andruck zur Freigabe, bevor wir die Auflage drucken.

5. Druck. Der Druck entsteht mit dem Profil der jeweiligen Papiercharge und wird vor der Übergabe geprüft.

Häufige Fragen zum Pigmentdruck

Wie kann man auf dem Epson drucken?

Bis 160 cm Breite. Die Länge ergibt sich bei Rollenware aus dem Motiv. Für breitere Formate drucken wir auf unserem Mimaki bis 190 cm.

Kann ich das Papier selbst auswählen?

Ja. Im Studio liegen Papiermuster von Hahnemühle und Ilford zur Ansicht bereit. Wir beraten Sie, welches Papier zu Motiv und Verwendung passt, und bestellen es bei Bedarf für Sie. Als Hahnemühle Certified Studio Platin drucken wir farbverbindlich auf archivfähigen Medien.

Gibt es einen Andruck vor dem endgültigen Druck?

Ja, der Andruck ist bei uns Standard. Sie geben Farbe und Papier frei, bevor die Auflage gedruckt wird.

Worin unterscheidet sich ein Pigmentdruck von einem C-Print?

Ein C-Print entsteht durch Belichtung und chemische Entwicklung von Fotopapier, seine Farben bestehen aus Farbstoffen. Ein Pigmentdruck trägt Pigmenttinte direkt auf das Papier auf und ist nicht an Fotopapier gebunden. Wie C-Prints altern, beschreiben wir im Artikel C-Print: Alterung und Digitalisierung.

Welche Daten benötigen Sie für den Druck?

Das hängt vom Auftrag ab. Liegt Ihnen eine Datei vor, ist ein eingebettetes Farbprofil hilfreich, aber nicht zwingend. Sie können uns auch einen vorhandenen Musterdruck bringen, den wir in der gewünschten Größe reproduzieren. Dateien erreichen uns über einen Cloud-Link, bei kleinen Datenmengen per E-Mail oder auf einem USB-Stick.

Sie planen einen Fine Art Print, eine Edition oder eine Reproduktion? Schreiben Sie uns. Wir besprechen Papier, Format und Ablauf mit Ihnen persönlich.